Genforschung: Die Jagd nach den Genen
 
Prof. Dr. Ernst Ludwig Winnacker
 

Der Begriff des Gens ist knapp 100 Jahre alt. Erst mit den Methoden der Gentechnik wurde es seit Mitte der 70er Jahre möglich, Gene in Substanz als Abschnitte auf dem Erbmaterial zu isolieren. Inzwischen gelingt es der Genom-Forschung nicht nur einzelne Gene sondern ganze Genome, also das gesamte Erbgut lebender Organismen, zu isolieren. Als beispielhaft mag in dieser Hinsicht das Erbmaterial der Hefe genannt werden, dessen Text aus 13 Millionen Buchstaben im Mai dieses Jahres publiziert wurde. Die Konsequenzen dieser technischen Fortschritte sind vielfältig. Sie erlauben die Entwicklung neuer Impfstoffe gegen bakterielle Erkrankungen (Tuberkulose) genauso wie das Verständnis der Funktion von Krebsgenen. Dank der verblüffenden Ähnlichkeit der Gentexte zwischen Hefe und Mensch lassen sich diese wichtigen Schlussfolgerungen bezüglich der Wirkungsweise der menschlichen Gene bereits aus dem Lesen der Hefetexte ziehen.


 
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