Brain Chips und Neurotransplantation: Welche Möglichkeiten der Heilung und Lebensverlängerung bieten die neuen Biotechnologien?
 
Prof. Dr. Detlef Linke †
 

Das Gehirn, seit Jahren im Mittelpunkt der naturwissenschaftlichen Grundlagenforschung, wird zunehmend auch für die Medizin interessant. Da alle körperlichen und geistigen Funktionen des Menschen vom Gehirn gesteuert werden, geht man davon aus, dass sich durch gezielte Eingriffe in unser zentrales Steuerorgan auch Krankheiten heilen lassen. Noch befinden sich Forschung und Anwendung im Anfangsstadium, so dass sich über die tatsächlichen Chancen und Möglichkeiten der angewandten Neurowissenschaften nur spekulieren lässt. Die bisherigen Versuche, Parkinson und Alzheimer, die Alterskrankheiten der Industrienationen, durch Transplantation von neuronalem Gewebe zu heilen, sind nur mäßig erfolgreich gewesen. Viel versprechender sind dagegen Versuche gelaufen, tauben Menschen mit Neurochips die Möglichkeit zu neuem Hören zu schaffen (Cochlea Implant). Auch am Ersatz komplexer Gehirnfunktionen, z.B. Sehprothesen für Blinde wird gearbeitet. Bei allen euphorischen Zukunftsaussichten, die die Neurotechnologien versprechen, darf man nicht vergessen, dass damit auch neue Probleme und Risiken verbunden sind, weil Neurotechnologie zum Beispiel unser bisheriges Selbstverständnis in Frage stellt und nach neuen Definitionen verlangt.


 
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