Globalisierung erfordert ein globales Ethos
 
Prof. Dr. em. Hans Küng
 

Globalisierung - für die einen die große Hoffnung, für die anderen der große Schrecken. Tatsache ist: Die Wirtschaft der Welt ist im Umbruch, wächst zusammen und vernetzt sich. Weltweit entstehen riesige neue Märkte, Arbeitsangebote und Kommunikationsmöglichkeiten, doch auch härtere Konkurrenz und steigende Arbeitslosigkeit, insbesondere in den Industrienationen. In diesem Zusammenhang stellen sich viele soziale und ethische Fragen: Wer werden im grenzenlosen Wettbewerb um höhere Produktivität und Rentabilität der Unternehmen, Regionen und Standorte die Gewinner, wer die Verlierer sein? Wird die globalisierte und ökonomisierte Welt nicht möglicherweise eine unfreundliche, undemokratische und inhumane sein? Und vor allem: Wie ist der ebenso weitreichende wie rapide Prozess der ökonomischen und technologischen Integration unseres Globus zu beurteilen, wenn man einmal die ökonomischen Gesichtspunkte von Marktstrategien, Gewerkschaftspositionen und Nationalinteressen außer Acht lässt und ihn unter ethischen Vorzeichen und als gesamtgesellschaftlichen Prozess betrachtet?


 
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