Intelligente Agenten: Welche Bedeutung haben Kontext und Sprache für die Replikation von Intelligenz?
 
 
Prof. Dr. Luc Steels
 

Wissen ist nicht statisch, sondern entwickelt sich dynamisch an den Schnittstellen zwischen Menschen und ihren Umgebungen, Aufgaben und Gemeinschaften. Kann man Modelle entwickeln, die es uns ermöglichen, die Dynamik von Wissen und Wissenskommunikation zu verstehen? Der Vortrag nimmt die Herausforderung an und konzentriert sich dabei auf zwei Grundaspekte des Wissens: 1. die Ontologie (das vorgegebene Set an Kategorien und Konzepten, das wir verwenden, um uns in der Welt zurechtzufinden) und 2. die Sprache (die uns ermöglicht, unsere Gedanken zu organisieren, auszudrücken und an andere zu kommunizieren). Übertragen auf die Entwicklung intelligenter künstlicher Systeme wird Ontologie als Umgebung verstanden, die sich aus Unterschieden von Formen definiert. Diese verändern sich und wachsen oder werden kleiner, je nachdem, wie sich der Agent an seine Umgebung anpasst und welche Aufgaben er erfüllt. Auch Sprache lässt sich als Umgebung sehen, die sich aus Unterschieden definiert. Darin wetteifern Formenpaare um die Dominanz. Auf der Basis dieser Hypothesen lassen sich mit intelligenten Agenten erstaunliche Ergebnisse erzielen. Softwaresimulationen und Dokumentationen von Sprachexperimenten mit wirklichen Robotern werden die These untermauern, in denen Begriffe aus der Komplexitätstheorie wie Selbstorganisation, strukturelle Paarbildung und Selektion eine wichtige Rolle spielen.


 
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