Überwindung der digitalen Spaltung als unternehmerische Verantwortung
 
 
Erwin Staudt
 

Die Initiative D21 ist ein Zusammenschluss von rund 300 Unternehmen mit dem Ziel, den Wandel von der Industrie- zur Informationsgesellschaft in Deutschland zu beschleunigen und die Chancen für Wachstum und Beschäftigung besser zu nutzen. Gleich zu Beginn von D21, im Juli 1999, setzte der gemeinnützige Verein das Thema "Internet für Alle" auf die Tagesordnung. Ein innovativer Ordnungsrahmen, die Vorreiterrolle des Staates und IT im Bildungswesen sowie eine bundesweite Kampagne sollen Deutschland zur Internet-Nation Nummer Eins machen. Inzwischen sind rund 30 Millionen Menschen in Deutschland im Internet. Dennoch haben noch immer rund 37 Millionen keinen Zugang zum Internet, weil entweder die Kosten zu hoch, die Technik zu kompliziert oder die Inhalte nicht überzeugend sind. Politik und Unternehmen sind gefragt, gemeinsam die digitale Spaltung gar nicht erst entstehen zu lassen. Dies gelingt, wenn wir jetzt umsteuern, zu einem Zeitpunkt, wo jeden Tag 140.000 Leute ins Netz gehen. Für die Unternehmen ist dies eine gesellschaftliche Frage: Internet ist eine neue Kulturtechnik. Die Beschränkung auf einen kleinen, kaufkraftstarken Teil der Bevölkerung reicht vielleicht für den Absatz der Produkte, nicht aber für die notwendige gesellschaftspolitische Entwicklung. Das Internet in Verbindung mit Medienkompetenz eröffnet völlig neue Möglichkeiten für Information, Bildung und Partizipation, die auch die politischen Beteiligungsmöglichkeiten erweitern werden. Dafür müssen alle Menschen in Deutschland fit sein. Deswegen setzt die Initiative D21 in den Schulen an: im Ambassador-Programm der Initiative D21 gehen ehrenamtlich 1.600 Mitarbeiter aus D21-Mitgliedsfirmen in Schulen. Sie diskutieren über die Informationsgesellschaft und stellen Arbeits- und Berufschancen vor. Und auch hier muss die digitale Spaltung verhindert werden: viele Unternehmen engagieren sich im Ambassador-Programm oder auch bei der finanziellen Unterstützung für Bildungseinrichtungen an ihrem Standort. Strukturschwache Regionen gehen häufig leer aus. Leere öffentliche Kassen und fehlende Sponsoren können in diesen Regionen Zukunftsinvestitionen verhindern. Wir brauchen daher eine Arbeitsteilung zwischen Politik und Wirtschaft, mehr Transparenz der Projekte und eine Analyse des Erreichten. Das Internet kann ein kostengünstiges und einfaches Medium sein, um zum Beispiel räumliche Nachteile auszugleichen. Es ist zudem ein neues Medium, das Newcomern, egal ob Unternehmer oder qualifizierte Mitarbeiter, neue Chancen bietet. Die Initiative D21 versucht auf allen Ebenen, bei Politik, Verwaltung und Wirtschaft den Rückenwind zu erzeugen, dass die "believers" Unterstützung erhalten, die Online-Chancen allen Bürgern zugänglich zu machen.


 
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